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Sternsee

Geschichtliches

Magdeburger Volksstimme 30.07.2003

Die Geschichte eines Gewässers

Olvenstedts Sternsee - Steinbruch, Freibad, Ruheoase

Neu-Olvenstedt. Zum Ausruhen und Entspannen laden gerade in den heißen Sommertagen die Bänke am Sternsee in Neu-Olvenstedt ein. Ist hier doch von Autolärm trotz der jüngst in einer Richtung wieder geöffneten Olvenstedter Chaussee nicht viel zu spüren.

Auf einer Tafel oberhalb des Stern-Sees erfahren Passanten Wissenswertes über den See. Mit Dabei: Ein Foto des alten Freibades.

Auf einer Tafel oberhalb des Stern-Sees erfahren Passanten
 Wissenswertes über den See. Mit Dabei: Ein Foto des alten
Freibades. Foto: Rieß

Doch nicht immer herrschte am und um den Sternsee derlei himmlische Ruhe. Über Jahrhunderte hinweg befanden sich in der Olvenstedter Feldmark Steinbrüche, erstmals urkundlich erwähnt wurden sie bereits im Jahr 14777 beim Bau des Magdeburger Domes. Ende des 19. Jahrhunderts waren noch 65 Arbeiter mit dem Abbau des "Grauwacke" genannten Gesteins beschäftigt.

Viele Steinbrüche waren nach ihrer Stilllegung verfüllt worden. Der "Stern" jedoch nicht - Grundwasser füllte im Laufe der Jahre das Loch im Bördeboden, und die begeisterten Olvenstedter gründeten ihren "Schwimmverein Stern" im Jahre 1914. Damals wurde auch das erste Badehaus am Ufer des Sees gebaut. Nach dem Ersten Weltkrieg ging es Schlag auf Schlag: Ein zweigeschossiges Haus mit Sonnenterrasse ersetzte die Hütte ein Nichtschwimmerbecken wurde ebenso eingerichtet wie Bahnen mit Startblöcken, ein Clubhaus und ein Sandstrand. Trotz regen Badebetriebes blieb der See dank nachströmenden Grundwassers sauber - Grund für den Frischwasserzufluss war die Wasserentnahme durch eine benachbarte Gärtnerei mit einer eigens eingerichteten Pumpenstation.

Nach dem Krieg kam das Aus für den Schwimmverein, die Gemeinde Olvenstedt übernahm daraufhin das Gelände.

Nachdem sich in den 50er und 60er Jahren wieder ein reger Badebetrieb entwickelt hatte, fehlten aber Mittel zum Erhalt der Anlage - das Ende für den Badebetrieb war besiegelt. Die Gebäude und Anlagen verfielen und entwickelten sich zum Abenteuerspielplatz für die Alt-Olvenstedter Jugend, die ab den 80er Jahren Gesellschaft durch die Neu-Olvenstedter bekam.

Der See wurde mehr und mehr als Gefahrenquelle wahrgenommen und daraufhin eingezäunt. Besonders an den steilen Ufern bestand akute Absturzgefahr.

Der Zaun schien den Reiz des Sees als Abenteuerspielplatz aber nur zu erhöhen, man kletterte über ihn hinweg oder riss ihn ein, um zum Stern zu gelangen. Eine entscheidende Verbesserung dieser Situation trat erst Mitte der 90er Jahre ein. Damals hatte sich die Stadt dazu entschlossen, das Umfeld des Sternsees zu einer Grünanlage umzugestalten.

Dabei wurden 1995 die erste Badeanstalt abgerissen und fortgeschafft, am Ufer indes ein Weg gebaut, auf einem Plateau oberhalb Bänke hinter einer Stahlbrüstung aufgestellt.

Hinter den Bäumen oberhalb des Steilufers am Sternsee erheben sich seit Ende der 80er Jahre Plattenbauten.

Hinter den Bäumen oberhalb des Steilufers am Sternsee erheben sich seit Ende der 80er Jahre Plattenbauten.
Foto: Rieß

Nach Jahren als Steinbruch, als Badeanstalt und Abenteuerspielplatz kehrte damit nun Ruhe ein. Ein Ort der Stille. Einzig badende Hunde, die die Enten im Uferbereich aufscheuchen, oder fröhliche Spaziergänger bringen ab und an noch immer ein wenig Unruhe ins Bild.

Autor: Martin Rieß (Magdeburger Volksstimme)

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